Alt gedacht. Neu gelebt.

Kernsanierung und Umgestaltung einer Hofstätte

Manche Häuser erzählen Geschichten. Dieses ehemalige Bauernhaus beginnt nun ein neues Kapitel – ohne seine Herkunft zu vergessen. 

Im Zuge der Kernsanierung bleibt die ursprüngliche Grundstruktur des Wohnhauses bewusst erhalten. Tragende Wände, Proportionen und die charakteristische Bauform bilden weiterhin das räumliche Rückgrat. Doch hinter dieser vertrauten Hülle eröffnet sich heute eine vollkommen neue Wohnwelt. Der Grundriss wurde neu gedacht, Räume werden geöffnet, Sichtachsen geschaffen und Funktionen neu organisiert. So wird ein fließendes Raumgefüge entstehen, das Licht, Weite und moderne Wohnbedürfnisse in den Mittelpunkt stellt – ein Haus, das nicht mehr nur Zimmer aneinanderreiht, sondern Lebensbereiche miteinander verbindet. 

Auch die Fassade spiegelt diesen Dialog zwischen Bestand und Gegenwart wider. Das prägende Klinkerbild bleibt in seiner Grundstruktur erhalten und bewahrt den ursprünglichen Charakter des Gebäudes. Gleichzeitig verleihen großzügige Fensterflächen dem Haus eine neue Offenheit – innen wie außen. Sie holen Tageslicht tief ins Gebäude und schaffen eine starke Verbindung zum umgebenden Landschaftsraum. 

Markante Cortenstahlelemente setzen gezielte Akzente und ergänzen das traditionelle Material um eine zeitgemäße, architektonische Ebene. Die warme, lebendige Oberfläche des Stahls bildet einen spannenden Kontrast zum Bestandsklinker und verleiht dem Gebäude eine moderne, kraftvolle Ausstrahlung. 

Gleichzeitig steht die Nachhaltigkeit im Zentrum der Planung. Der Erhalt der bestehenden Bausubstanz war dabei nicht nur eine gestalterische, sondern auch eine ökologische Entscheidung. Durch die Weiterverwendung der tragenden Struktur und großer Teile der Gebäudehülle konnten Ressourcen geschont und graue Energie bewahrt werden. Ergänzende Bauteile werden mit langlebigen, wartungsarmen Materialien umgesetzt, die sowohl funktional als auch gestalterisch überzeugen. 

Energetisch wird das Gebäude auf einen zeitgemäßen Standard gebracht. Eine hochwertige Dämmung, moderne Fenster und eine effiziente Haustechnik reduzieren den Energiebedarf deutlich und sorgen für ein angenehmes Raumklima zu jeder Jahreszeit. Großzügige Fensterflächen maximieren den Tageslichteintrag und verringern zusätzlich den Bedarf an künstlicher Beleuchtung. 

So verbindet dieses Projekt den respektvollen Umgang mit dem Bestand, moderne Architektur und nachhaltiges Bauen zu einem stimmigen Ganzen. 

Das Ergebnis ist kein Neubau – und doch ein völlig neues Haus. Ein Ort, der Geschichte spürbar lässt und gleichzeitig zeitgemäßes Wohnen ermöglicht. Authentisch im Kern, klar in der Formensprache und bereit für die nächsten Generationen. 

  1. Details
Auftragsart
Wohnungsbau, Kernsanierung
Auftragsumfang
Architektur LP 1-3
Ort
59494 Soest
Planung
Hilker + Jochheim GmbH Werler Str. 3, 58706 Menden
BGF
247 m²